Selbstbestimmtes Workation auf vier Rädern

Workation: Ein Mann sitzt im Camper an seinem LaptopWorkation im Camper Photo by Standsome Worklifestyle on Unsplash

Leben und Arbeiten im Camper nimmt Fahrt auf.

Die Corona-Pandemie ist ein Game Changer. Ob Wohnen, Leben, Shopping oder Arbeiten – geradezu zementierte Abläufe ändern sich dynamisch und neue Gleichgewichte spielen sich ein. Sicher ist einiges noch experimentell, nicht alles funktioniert, aber die Trends entwickeln sich stabil.

Arbeiten im Homeoffice ist heute eine Selbstverständlichkeit und neue oder revitalisierte Bürobauten haben ganz andere Grundrisse und Arbeitsplatzgestaltungen als Old School Verwaltungsbauten. Vom Homeoffice ist es zu Workation (Work und Vacation) nur ein etwas größerer Katzensprung. Denn ob man seine Arbeit im Homeoffice in Stadt, einem Vorort, dem Inland oder Ausland erledigt ist genau genommen eine sekundäre Frage. Wichtig dabei ist, wie häufig finden Meetings oder Get Togethers statt, wie sind die Anwesenheitspflichten geregelt, wie einfach und schnell kann man zur Company anreisen.

Gerade für Young Professionals ist Workation besonders reizvoll. Remote zuarbeiten, sich in einer interessanten Region mit viel Lebens- und Freizeitqualität aufzuhalten ist für sie, da sie noch ziemlich ungebunden sind, besonders reizvoll. Wobei man sollte es nicht überschätzen. Arbeit ist Arbeit und wer in Workation arbeitet hat meist klare Zielvorgaben.

Der Output zählt. Wer denkt, er kann so elegant ohne Gehaltseinbußen ein Gehalt auf 40 Stundenbasis bekommen, aber müsse nur 12 Stunden Arbeitsleistung aufbringen, könnte genauso gut träumen, dass er alle sechs Woche regelmäßig fünf Richtige im Lotto hat.

Workation ist nicht Urlaub for free.
Workation ist ein anderes Lebens- und Arbeitsmodell

Tatsächlich sehnt sich laut einer neuen Studie rund die Hälfte aller deutschen Arbeitnehmer, die im Homeoffice arbeiten, durchaus nach einem Tapetenwechsel. Sie würden ihr Homeoffice gern an einen anderen Platz verlegen.

Die Hamburger Larissa Peters und Bastian Gembler von der lifestyligen Campervermietung VANTOPIA sind selbst auch als digitale Nomaden unterwegs, haben den Trend erkannt und bieten ihren Kunden als neues Angebot das Work & Travel-Set für ein reibungsloses Workation-Erlebnis an.

Workation will gut vorbereitet sein. Es geht nicht nur um die Absprachen mit Arbeitgeber. Auch technisch muss alles klappen. Ein Camper bietet sich als Workation-Basis geradezu an. Man hat die passende Ausrüstung dabei und muss sie nicht schleppen. Der Camper ist flexibel und selbst in der Natur hat man Strom über das Bordnetz und kann sich selbst versorgen.

„Viele Campingplätze sind heutzutage bereits auf digitale Nomaden eingestellt und bieten eine kostenlose WLAN-Verbindung an, in Städten findet man Co-Working Spaces oder Cafés mit Stromversorgung und Internet.”

Larissa Peters

Gerade im Ausland gibt es viele freie WLAN-Netze, auch auf Autohöfen, Tankstellen oder Rastanlagen. Das macht mobiles Arbeiten einfacher.

Larissa Peters udn Bastian Gembler vor einem Vantopia Camper
Larissa Peters und Bastian Gembler haben die Hamburger Van Vermietung Vantopia gegründet (c) Vantopia

Das Work & Travel-Set

Um unterwegs unkompliziert und flexibel arbeiten zu können, muss vor allem die passende technische Ausstattung an Bord sein.

Larissa und Bastian haben auf Basis ihrer persönlichen Erfahrungen das Work & Travel-Set zusammengestellt. Damit ist Workation kein großes technisches Problem.

  • Eine Power-Station von PowerOak mit 500Wh für bis zu sieben Laptop Akku-Ladungen – aufladbar über 230V, 12V während der Fahrt oder über ein faltbares 120W Solarpanel von OffgridTec mit kompakten Maßen
  • Internet-Zugang, ohne auf einen Campingplatz angewiesen zu sein
  • Ein Hotspot-Router sorgt für Internetzugang ohne auf einen Campingplatz oder ähnliches angewiesen zu sein. Inkludiert sind 10 GB Datenvolumen für 4 Wochen – nach Verbrauch der 10 GB oder Ablauf der 4 Wochen kann flexibel unabhängig ein neues Paket gebucht werden
  • Ein Kissentablett sorgt für bequemes Arbeiten am Laptop, egal wo man gerade sitzt.

Was unbedingt dazu gehört ist ein gutes Headset mit Mikrofon und eine leistungsfähige Webcam. Mit einem schlappen Laptop-Akku kann man vielleicht einmal am Wochenende unterwegs sein. Bei Workation ist das ein No Go. Vorausschauend sollte man einen Vertrag über Workspace und Online Speicherplatz abschließen. Falsche Sparsamkeit ist hier fehl am Platz.

Küche und Abstellboxen im Vantopia Camper
Wer mit einem Camper Workation macht, braucht einen gut aufgeteilten Innenraum. Impression vom DREAMER (c) Vantopia / Jan Gehrke

Das sollte unbedingt beachtet werden

  • Der Arbeitgeber (Arbeitsvertrag) bestimmt den Arbeitsplatz. Homeoffice, heißt nicht automatisch das Recht auf Workation. Deshalb diese Frage verbindlich klären. Die Zustimmung des Arbeitgebers/Vorgesetzten muss schriftlich (!) vorliegen. Es können zusätzliche Vereinbarungen (Änderung Arbeitsvertrag, Personalabteilung, Betriebsrat) nötig sein. Deshalb eine genügend lange Vorlaufzeit einplanen.
  • Kein Mensch beschäftigt sich gern mit Versicherung. Aber, gerade wenn es länger weg geht. Es sollte unbedingt überprüft werden ob Kranken-, Renten-, Unfall oder Haftpflichtversicherungen die Risiken abdecken. Eventuell müssen zusätzliche private Versicherungen abgeschlossen werden. Nicht alle Länder haben ein so gutes Gesundheitssystem wie Deutschland. Selbst kleine Behandlungen können sehr teuer werden. Spezielle Auslandskrankenversicherungen, nicht verwechseln mit Reisekranken- und -unfallversicherungen, bieten hier Schutz.
  • Im Schadensfall muss beispielsweise nachgewiesen werden können, dass der Camper als Büro und nicht als Ferienunterkunft dient.
  • Länger weg? Arbeitet man mehr als 25 Prozent der Zeit im Ausland, kann es verpflichtend sein, auch am neuen Wunschort eine Sozialversicherung abzuschließen. Achtung, da kann es rückwirkende Zahlungspflichten geben und staatliche Stellen sind so gut wie nie kulant.

VANTOPIA‘ s Workation Campingplatz-Tipps für digitale Nomaden und Rookies

Ob einem Workation gefällt, es ein Lebens- und Arbeitsmodell ist, sollte man testen. Viele wollen es auch für ein paar Wochen oder Monate ausprobieren und ihre Hamburger behalten bzw. nicht untervermieten.

Naturpark Uckermärkische Seen: Campingplatz am Großen Wentowsee

  • Kleine Oase mitten in der Natur
  • Naturbelassene Stellplätze zwischen Wald und See
  • Für Ruhesuchende ab 14 Jahren
  • Wo: Ringslebenerstrasse 2, 16798 Fürstenberg/Havel OT Tornow
    Gut 3,5 Autostunden von Hamburg entfernt.
  • Web: campingplatz-am-grossen-wentowsee.de

We like to camp different – das Motto ist Programm: Camp Langholz

  • Nah an der Natur und ganz dicht am Meer
  • Ruhige Atmosphäre
  • Nachhaltigkeitsaspekt steht im Vordergrund
  • Wo: Fischerstrasse 9, 24369 Waabs an der Eckernförder Bucht
    Knapp zwei Autostunden von Hamburg, immer in Richtung Norden.
  • Web: www.camp-langholz.de

Für eine Inselauszeit in Frankreich: Campingplatz Oléron Les Chênes Verts

  • An der Biskaya mit langer Saison
  • Landschaftliche Vielfalt und unberührte Natur direkt am Atlantik
  • Surfen im Atlantik
  • Lange Strände, malerische Dörfer, kleine Fischerhäfen und beeindruckende Pinienhaine
  • Ein Glas Feierabendwein in greifbarer Nähe
  • Wo: 9 Passage de l’Ecussière, 17550 Dolus-d’Oléron, Frankreich
    Ab Hamburg sind es gut 16 Stunden reine Fahrzeit ohne Pausen. Eine Zwischenübernachtung, kein Problem im Camper, sollte man unbedingt einplanen.
  • Web: europe.huttopia.com/site/camping-oleron-les-chenes-verts

Work & Travel in der portugiesischen Natur: Bubulcus & Bolotas

  • Inmitten unberührter mediterraner Natur
  • naturbelassene Stellplätze mit genügend Freiraum
  • Strom zu 100% aus Sonnenenergie
  • Wo: Estrada National 251, km 94 a 1.8 km Sede: Horta dos Mosqueiros, 7040-112,
    7040-700 Vimieiro, Portugal
    Portugal liegt nicht vor der Hamburger Haustür. Bis Portugal sind es gut 2.500 Km Fahrt ab Hamburg. Zwei Zwischenstopps sind das mindestens.
  • Web: www.bbcamping.eu

Workation: Mobil arbeiten auf alternativen Stellplätzen

Eine Übersicht: Pop-Up-Camping und mehr Campingplatz-Alternativen