Schmidt Theater: Der 50 – Dollar- Diktator

Szenenbild aus dem 50 Dollar Diktator HamburgDie Familie van der Waidt fällt in Schockstarre, als „Patensohn“ Wohambe Wahumbe plötzlich in der Tür steht Grafik: Schmidts Tivoli GmbH, Foto: Morris MacMatzen für SCHMIDT THEATER,

Komödie, Chaos und Wahnsinn feierten Welt-Uraufführung im Hamburger Schmidt Theater. St. Pauli hat ja schon vieles gesehen – aber noch keinen schwarzen Diktator in ordenbehangener
Uniform, der mit Dankeschön, Kalaschnikow und Übernachtungswunsch vor der Tür steht!
Wohambe Wahumbe, der „überraschend nette“ Alleinherrscher aus dem afrikanischen Mini-Staat
Malumbo, will seinem Hamburger „Vater“ Cornelius von der Waidt für dessen 50-Dollar-
Kínderpatenschaft und die damit für ihn möglich gewordene Militärkarriere danken…

Dummerweise hat Cornelius eben noch auf der Demo „Kein Bett für Diktatoren“ mit Frau Sabine
und Tochter Elena gegen Wohambe demonstriert… Da knallt es tüchtig – sowohl verbal, als auch
aus der geladenen Pistole! Ein perfekter Kulturschock und totales Familienchaos führen zu einer
moralischen Kernschmelze…(nicht selten in linken Pc-Haushalten) Wohambe nistet sich ein, während Cornelius‘ sorgfältig gepflegte, politisch korrekte Haltung peu à peu bröckelt. Der progressive, woke Familienvater mit Vorbild-Charakter entpuppt sich dabei zunehmend als nerviger Haustyrann, während der blutrünstige, militaristische Diktator überraschend menschliche Züge offenbart…

Deutsches Gutmenschentum trifft malumbische Realpolitik, und schon bald weiß niemand mehr,
wer hier Opfer, Täter oder einfach nur peinlich ist… Eine Fernsehreporterin mischt sich ein, ein
internationaler Waffenhändler taucht auf, und Elena, die von ihrem neuen „Bruder“ Wohambe mal
eben einen 1000-Euro-Amazon-Gutschein geschenkt bekommt – natürlich hinter Vaters Rücken,
denn der Versandriese ist sein erklärtes Feinbild – bestellt heimlich Dutzende Pakete voller Bling-
Bling.

Außerdem fliegt sie versehentlich einen Drohnenangriff, da sie dieses Ding für einen
neuartigen Staubsaug-Roboter hält. Als das totale Chaos nicht mehr zu toppen ist, gipfelt die Farce
in einem erstaunlich harmonischen und fast rührseligen Ende – ein modernes, schönes Märchen!


Fazit:

„Der 50-Dollar-Diktator“ ist eine total verrückte Familienkomödie mit Slapstick-Elementen
und einem märchenhaften Ende. Hier bekommen alle ihr Fett weg – tabulos, absurd und gnadenlos
komisch! Darüber hinaus hat die Handlung bei aller Komik auch psychologischen Tiefgang und –
für manche Zuschauer wichtig! – geht in seinen witzigen Dialogen nicht ein einziges mal unter die
Gürtellinie…

Die beiden Autoren Tommy Jaud und Moritz Netenjakob sind preisgekrönte Verfasser von Bestsellern sowie Drehbuchschreiber für TV-Hits wie „Switch Reloaded“, „Dr. Psycho“ oder „Stromberg“. Auch sind sie als Gag-Texter tätig für Fernseh-Comedians wie Anke Engelke und Bastian Pastewka.

Mit „Der 50-Dollar-Diktator“, inszeniert von Schmidt-Intendant Corny Littmann, haben sie ihr erstes gemeinsames Stück auf die Bühne gebracht – ein echter Knaller mit Tiefgang!

Ein besonderes Lob verdienen auch die mit viel Spielfreude agierenden Schauspieler: Allen voran
Hans-Jürgen Helsig als Wohambe Wahumbe und Robin Brosch als Cornelius von der Waidt,
bestens unterstützt von Carolin Spieß als Ehefrau Sabine und Elena Zvirbulis als Tochter Elena. Die
Nebenrollen wie die dampfplaudernde Fernsehreporterin, der lärmempfindliche Nachbar sowie der
genervte Paketbote komplettieren die actionreiche Handlung.

Weitere Vorstellung gibt es im Schmidt Theater vom 17. Septemder bis zum 15. November 2025, je
nach Tag um 18 Uhr, 18.30 Uhr, 19 Uhr oder 19.30 Uhr. Karten ab 29.90 Euro sind erhältlich unter
Telefon 040-31 77 88 99 oder im Internet unter www.tivoli.de (AF)
 Grafik „Der 50-Dollar-Diktator“
 Die Familie van der Waidt fällt in Schockstarre, als „Patensohn“ Wohambe Wahumbe
plötzlich in der Tür steht Grafik: Schmidts Tivoli GmbH, Foto: Morris MacMatzen