Bullenberg Möbel: Interview mit Albrecht von Alvensleben

Bullenberg VistitenkarteFoto: Bullenberg

Die beiden Architekten Albrecht von Alvensleben und Maximilian Pauen sind die Gründer des Möbellabels Bullenberg. Seit 2013 produziert und enfwirt das Label massgefertigte Holz-Möbel aus dem eigenen Forstbetrieb der Familie von Alvensleben. Damit ist der heimische Wald rund um den Ort Erxleben, auf halber Strecke zwischen Braunschweig und Magdeburg in Sachsen-Anhalt, nicht nur Inspirationsquelle, sondern auch Ressource für das Unternehmen.

Bereits im Kindesalter lernte Albrecht von Alvensleben durch die Anpflanzung der Buchen und Eichen im eigenen Forst das Prinzip der Nachhaltigkeit und den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur kennen. Die nötigen handwerklichen Fähigkeiten eignete er sich später im Architekturstudium unter Zaha Hadid an der Wiener Universität für angewandte Kunst, sowie an der Cooper-Union in New York an und arbeitete anschließend in Architekturstudios in London, New York und Berlin. Neben seiner Passion für Holz widmet sich Albrecht von Alvensleben der Fotografie und seine Arbeiten wurden mehrfach publiziert und ausgestellt.

Alle Möbelstücke wie der Tisch „Arx“ oder der Stuhl „Homer“ lassen sich individualisieren und sind in unterschiedlichen Größen und Farben erhältlich. Um die hohe Qualität des Holzes zu garantieren sucht Albrecht von Alvensleben die Bäume selbst aus. Alle Betriebe, die an der Produktion beteiligt sind, liegen im Umkreis von 20 km des familiären Forstbetriebes. Neben Berlin (Freiraum Showroom) kann man ihre Möbel auch in München (Magazin), Stuttgart (Magazin) und New York (Stillfried Wien) erwerben und natürlich online eine Bestellung aufgeben.

Albrecht von Alvensleben
Albrecht von Alvensleben Fin der Werkstatt Foto: Bullenberg / Forster & Martin Fotografie

Unser Interview

Im Interview mit Albrecht von Alvensleben gibt er mehr Einblick in seine Tätigkeit und sein Designkonzept.

Seit 2013 sind massgefertige Holz-Möbel unter den Label Bullenberg erhältlich. Wie kam es zur Gründung?

Albrecht von Alvensleben: Max und ich lernten uns während des Architekturstudiums in Wien kennen und haben in dieser Zeit schon viel gemeinsam gearbeitet. Die Resultate und der Spass an der Arbeit führten schnell zu dem Entschluss diesen Weg fortzuführen. Um die Freiheiten eigener Entwürfe beibehalten zu können, wollten wir unbedingt unsere eigene Firma gründen. Über den Wald meiner Familie gab es einen Bezugspunkt zum Werkstoff Holz und für uns die Möglichkeit unsere erste Produktserie sowohl zu entwerfen als auch zu produzieren.

Woher kommt der Label-Name Bullenberg?

Albrecht von Alvensleben: Wir wollten der Firma einen Namen mit Bezug zur Herkunft des Produktes geben. Der Bullenberg ist ein besonderer Ort im Herzen des Waldes aus dem unsere Tische stammen.

Esstisch
Foto: Bullenberg

Welches Designkonzept verfolgt Bullenberg?

Albrecht von Alvensleben: Der Entwurfansatz ist vielschichtig. So ging es uns vor der Formfindung erst einmal um Einordnung und Bedeutung des Tisches an sich. Die Ausstrahlung des Werkstoffs Holz und den Zusammenhang von Verarbeitung, Tradition, Gefühl und Moderne. Für uns ist der Tisch eines der zentralsten Möbelstücke des menschlichen Habitus. Um dieser Bedeutung gerecht zu werden, war es uns wichtig einen Entwurf zu schaffen, der Charakter hat, einen Ort ausmachen kann ohne diesen zu dominieren und gleichzeitig bewusste Entscheidungen ausstrahlt.

Appartmentmöbel von Bullenberg Foto: Bullenberg

Was macht gutes Design für Dich aus?

Albrecht von Alvensleben: Wir suchen nach den richtigen Proportionen der einzelnen Bestandteile zueinander. Ein weiterer Faktor ist der Umgang mit den verwendeten Material – welchen Charakter es mitbringt, wie es bearbeitet wird und wie man es dadurch beeinflusst. Für uns spielt dies eine ebenso große Rolle wie die Gesamtform eines Entwurfs.

Küchentisch aus Holz
Küchtentisch Foto: Bullenberg

Was inspiriert Dich?

Albrecht von Alvensleben: Das können sehr viele Dinge sein. Immer gut ist es neugierig umher zuwandern. Das funktioniert in Berlin ausgezeichnet, da es an jeder Ecke anders aussieht und beispielsweise die Stahlkonstruktion der S-Bahn Inspiration für eine Tisch-Unterkonstruktion sein kann. Der Umgang und die Erfahrungen die man mit einem Material macht ist auch eine sehr gute Inspirationsquelle, die immer wieder zu neuen Ideen anregt.

Wie viel Zeit benötigt Ihr, um z.B. einen Tisch nach Maß anzufertigen?

Albrecht von Alvensleben: In der Regel dauert dies 8-10 Wochen.

Was gefällt Dir besonders am Rohstoff Holz?

Albrecht von Alvensleben: Holz spricht alle Menschlichen Sinne an. Es ist in der Lage das Gefühl für einen Raum zu definieren. Es ist das Material das sich am stärksten in die Erinnerung an Orte eingräbt. Uns macht es große Freude mit den Facetten dieses Materials zu arbeiten. Die Einzigartigkeit der Maserung, die Haptik, der Geruch und die Wärme, die es ausstrahlt, macht Holz für uns zu einem perfekten Rohstoff um maßgeschneiderte Unikate zu produzieren. Vom ersten Arbeitsschritt, das Fällen des Baumes, bis hin zum fertigen Finish des Möbels ist es ein spannender Prozess bei dem man immer wieder auf die Eigenarten des gewachsenen Rohstoffes eingehen muss und Einfluss nimmt. Das macht die Bearbeitung so interessant und abwechslungsreich.

Ausziehtisch mit offenen Klappen
Foto: Bullenberg

An was arbeitest Du aktuell und welche Projekte stehen bei Dir noch in der Pipeline?

Albrecht von Alvensleben: Wir arbeiten an Einzelanfertigungen für Kunden, die einen komplett neu entworfenes Möbelstück wünschen. Zusätzlich entwickeln und sammeln wir Entwürfe die sich für eine Kleinserienproduktion eignen was unserer Vorstellung von Bullenberg in naher Zukunft entspricht.

Mehr Infos unter www.bullenberg.com

Susanne Lettner Foto: Privat

Zur Autorin:

Susanne Lettner studierte Journalistik und PR sowie Tanzwissenschaft in Berlin. Sie schreibt über Themen zu Mode, Lifestyle & People und ist Autorin für unterschiedliche Magazine wie u.a. BUNTE, Prestige Magazin und Exklusiv-München. Um Inspiration und Impulse zu bekommen, besucht sie Events wie die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin oder die Berlinale.

von Susanne Lettner