Sonderausstellung im Auswanderermuseum BallinStadt Hamburg im Rahmen des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ eröffnet.
Die Hafenstadt Hamburg war im 19. und bis in das 20. Jahrhundert hinein für viele Menschen mehr als das Tor zur Welt. Für Auswanderer und insbesondere auch osteuropäische Juden war es die letzte Station in Europa. Ein Ort des Wartens, des Transits und der großen Hoffnung auf ein besseres Leben in Übersee.

Auch in der 1700-jährigen Geschichte des Judentums in Deutschland nimmt Hamburg einen besonderen Platz ein. Ein großer Teil des Hamburger Aufstiegs ist einer nach damaligen Maßstäben liberalen Zuwanderungspolitik zu verdanken. Wobei, sie war mehr von wirtschaftlichen Nützlichkeitsaspekten geprägt und weniger ein Ausdruck einer moralisch-humanen Gesinnung.
Die Geschichte der jüdischen Auswanderung dieser Zeit ist bis heute unzertrennbar mit dem Namen Albert Ballin, jüdischer Reeder und Namensgeber des Museums, verbunden. Diesem Schaffen fühlt sich das Auswanderermuseum BallinStadt verpflichtet“,
so Volker Reimers, Geschäftsführer der BallinStadt.

Hamburg war der Knotenpunkt der jüdischen Auswanderung nach Amerika
Auch viele jüdische Migranten aus ganz unterschiedlichen und teilweise weit entfernten Teilen Europas kamen nach Hamburg. Die Ausstellung: ‚BallinStadt – Hamburgwe Hafen deutsch-jüdischer Geschichte‚ im Auswandermuseum BallinStadt fokussiert sich auf das jüdische Leben zu den Hochzeiten der Auswanderungsschifffahrt in den Auswandererhallen. Platzhirsch war die Hamburger HAPAG Reederei, die von dem jüdischen Reeder Albert Ballin geleitet wurde. Die Passagier- und Auswandererschifffahrt war äußerst effizient organisiert. Eine professionelle Verkaufsorganisation in den Herkunftsländern sorgte für die Passagiere.

Für die jüdische Migration zwischen 1880 und 1914 war Hamburg der wichtigste Hauptknotenpunkt. In rund 34 Jahren reisten via Hamburg mehr als zwei Millionen Juden aus Ost- und Mitteleuropa, zumeist in die Vereinigten Staaten. Die Auswanderhallen auf der Veddel ab 1901 stellten verbessert die Situation und Lebensbedingungen aller Auswanderer beträchtlich. Auch wurde auf die Bedürfnisse der einzelnen Gruppen eingegangen. So gab es eine Kirche und Synagoge. Auch koscheres Essen wurde angeboten.