Im Gespräch: Nikolina Lackovic

Nikolina_Lackovic

Nikolina Lackovic ist Gründerin und CEO vom ersten Museum der Illusionen in Hamburg. Die Handball-Karriere ihres Mannes Blazenko Lackovic führte sie 2005 nach Deutschland – von Flensburg in die Hansestadt Hamburg. Dort absolvierte sie ihren Master of Marketing, arbeitete lange Zeit als Brandmanagerin. Mit dem Museum der Illusionen holte sie vor sechs Jahren ein Trend nach Hamburg und bietet damit nicht nur einen Ort der Täuschung, sondern auch ein Ort, an dem Familien und Besucher von alt bis jung gleichermaßen auf ihre Kosten kommen.

Die 41-jährige Wahl-Hamburgerin und zweifache Mutter ist zudem eine bekannte Mode-Influencerin und zeigt ihre Trends nicht nur bei Instagram, sondern schreibt auch für kroatische Hochglanz-Magazin. Wie wichtig für sie Networking ist und ob sie lieber Alster oder Elbe mag, verrät Nikolina heute im Gespräch bei „Hamburgs Ganze Frauen“:

Wie viel Zeit verbringen Sie pro Woche „mit Ihrer Arbeit“?

Es gibt Wochen, in denen ich mehr Zeit im Museum oder Büro verbringe, und dann wieder Zeiten, in denen ich weniger vor Ort bin. Da ich selbstständig bin, arbeite ich auch am Wochenende oder während meines Urlaubs. Ich bin für meine MitarbeiterInnen jederzeit telefonisch erreichbar.

 „Arbeitstabu“ haben Sie zu welchen Zeiten?

Das gibt es bei mir nicht! Ich kann mir meine Zeiten zwar selbständig einteilen, dennoch meine ich es genauso, wenn ich sage, dass ich für meine MitarbeiterInnen immer erreichbar bin.

Wollten Sie schon immer das werden, was Sie jetzt sind?  

Ich habe Wirtschaft studiert und habe es bis zum Doktor-Studium geschafft. Danach musste ich nach Deutschland umziehen. Bereits während meines Studiums habe ich ein Team geführt, weswegen Management und Teamleitung für mich von Anfang an in Frage kam.

Wie lautet Ihr wichtigster Rat an junge Frauen, wenn sie ins Berufsleben starten?

Jeder sollte wissen, was man im Leben leisten möchte und welche Ziele man verfolgt. Zeitmanagement und Teamfähigkeit ist wichtig, dabei sollte man aber auch noch Zeit für sich selbst finden und vor allem immer an sich glauben. Geduld und Ehrgeiz ist wichtig sowie das Unterstützen anderer Frauen im Team. Denn Frauen können super powerful sein, wenn man sie lässt und an sie glaubt.

Was finden wir in Ihrer Handtasche?

Je nach Größe der Tasche – aber meistens mein Portemonnaie und Handy, meine Agenda für die Arbeit, meinen Auto- und Haustürschlüssel, eine Sonnenbrille und Lippenpflege sowie Taschentücher.

Erfolg setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Welchen Rat würden Sie geben, um dorthin zu kommen, wo man hinwill?

Erfolgreich zu werden, ist nicht einfach. Es kommt auch nicht von heute auf morgen. Es ist vielmehr ein Prozess mit verschiedenen Wegen, die manchmal einfach und manchmal kompliziert sind. Man darf nicht beim ersten Hindernis aufgeben und es ist wichtig, klare Ideen zu verfolgen und Ehrgeiz zu haben.

Wurden Sie in Ihrer Karriere öfter von Frauen oder von Männern gefördert?

Ich bin sehr früh selbstständig geworden und bereits meine erste Arbeit war sehr komplex in einem Team vom Brandmanagern. Das kann ich also nicht so klar beantworten.

Für wie wichtig halten Sie “Networking“? Und warum?

Networking ist die halbe Miete einer erfolgreichen Arbeit. Wenn man bestimmte Personen kennt, die man an bestimmten Zeitpunkten kontaktieren kann, ist es für mich schon ein Erfolg. Eine Idee umzusetzen, ohne die richtigen Leute zu kennen, ist wie eine Idee zu realisieren, ohne Geld zu haben – superschwer. Ich finde Networking also sehr wichtig und kann nicht verstehen, wenn einige Businessleute, die schon wichtige Positionen in Ihrem Beruf haben, das einfach nicht verstehen.

Was halten Sie von der Frauenquote?

Bei mir in Museum sind 60 Prozent Frauen beschäftigt. Ich versuche immer, eine Balance zu finden, aber am Ende gucke ich nicht unbedingt auf das Geschlecht. Im Büro sind wir alle Frauen und bis jetzt hat das immer super gut funktioniert.

Welche Frauen/Menschen begeistern Sie?

Ich bewundere junge Frauen, die schon viel in ihrem Leben geleistet haben. Die sich getraut haben, etwas Neues anzufangen und dabei ein Risiko eingegangen sind, um diese Idee zu realisieren. Aber auch ältere Frauen sind bewundernswert, die noch Elan haben und mit jüngeren MitarbeiterInnen mithalten. Und wenn Frauen dann noch Familie haben, ist es für mich immer ein Level up. All das zu steuern, ist einfach eine Kunst.

 „Geld allein macht nicht glücklich“? Wie wichtig ist Wertschätzung für Sie im Berufsleben?

Der Satz sagt schon alles. Aber ohne Geld kann man nicht realisieren, reisen, studieren. Am Ende ist Geld für mich nur ein Werkzeug, um Dinge zu reparieren, wenn Sie wissen, was ich meine. In meinem Berufsleben ist mir immer wichtiger, wie die Beziehungen zwischen MitarbeiterInnen sind, wie mein Team funktioniert und ob sie einen guten Job machen. Es ist viel wichtiger, positiv und ein Teamplayer zu sein. Das Resultat zeigt sich dann auch im Finanziellen. Davon bin ich überzeugt.

Was ist Ihr bisher größter Erfolg?

Meine Universität mit exzellent bestanden zu haben, mein eigenes Museum zu führen und dazu noch in einem fremden Land erfolgreich zu sein.

Spielt „Social Media“ in Ihrem Leben eine Rolle? Welche Kanäle im Bereich Social Media sind wichtig für Ihr Berufsleben?

Da ich nebenbei noch seit fast 13 Jahren für eine kroatische Zeitung Fashion Editor bin, spielt in dem Bereich mein privates Instagram Profil eine wichtige Rolle. Im Museum haben wir natürlich auch Social-Media-Kanäle, die wir bespielen und die wichtig für uns sind.

Was ist IHR Wunschprojekt/Ziel für 2024?

Ich möchte das Museum der Illusionen noch attraktiver, größer und interessanter für unsere tollen Gäste machen. Die anderen Pläne werde ich noch nicht verraten, sonst gehen sie nicht in Erfüllung. ;)) Ich bin nie ohne Ziele, denn die führen mich immer nach vorne. Also stay tuned!😉

Welche Fragen hätten wir noch stellen sollen?

Herausforderungen einer Frau im Ausland, ein eigenes Business zu starten?

Gibt es mehr Ängste bei Frauen, nicht erfolgreich zu werden?

Gleichgewicht zwischen Business und dem privaten Leben?

Elbe oder Alster?

Auf jeden Fall die Alster. Sie ist sauberer, ruhiger und es gibt viel mehr Grün und Möglichkeiten drum herum.

Hamburg im Juli 2024

Nikolina Lackovic

https://www.instagram.com/ninalackovic

https://www.instagram.com/museumderillusionen_hamburg