GRETA OTO: Geheimtipp für besondere Kulinarik

Für die Kulinarik stehen Executive Chef Cameron White, Chef-Pâtissier Roshlee Cardoso und Küchenchef Tilo Sachadä (von rechts)Für die Kulinarik stehen Executive Chef Cameron White, Chef-Pâtissier Roshlee Cardoso und Küchenchef Tilo Sachadä (von rechts)

Das Restaurant im neuen Conrad Hotel präsentiert lateinamerikanisch geprägte Küche

Im neuen Luxushotel der Hilton-Marke „Conrad“ im historischen Levantehaus an der Mönckebergstraße liegt im oberen Stock das von lateinamerikanischen Küchenstilen inspirierte Restaurant „Greta Oto“. Es ist benannt nach einem tropischen Schmetterling, dessen Abbild im Restaurant bislang nirgends an der Wand oder auf der Karte zu finden ist… Aber das kann ja noch werden! Nach der Neueröffnung ist im gesamten umgestalteten ehemaligen Park Hyatt Hotel, wie auch im Restaurant alles stilvoll, dezent und individuell gestaltet. Zwar handelt es sich bei dem „Greta Oto“ erkennbar um ein Fine-Dining-Restaurant der oberen Preisklasse, doch sowohl die gesamte Atmosphäre, als auch der Service und das kulinarische Konzept geben sich nicht steif, sondern betont locker und entspannt. 

Das GRETA OTO im Conrad Hotel Hamburg Mönckebergstraße

Geöffnet hat das Restaurant täglich ab 18 Uhr, und für einen Apéritif nimmt man am besten zuvor in der zum Restaurant gehörenden „Greta Oto“-Bar Platz. Zum Auftakt genossen wir ein Glas prickelnden 2022er Krack Spätburgunder Blanc de Noirs Brut, bevor der freundliche, zuvorkommende Service uns zum reservierten Platz im Restaurant mit halboffenem Blick in die Show-Küche geleitete. Nach einem als „Gruß aus der Küche“ servierten Kürbissüppchen waren die zum Teilen gedachten, mittel- und südamerikanisch inspirierten Vorspeisen entweder als Menü oder à la carte wählbar. Klassische Ceviche, Tacos und Tostadas standen zur Wahl, wobei die Kreativität besonders im Vorspeisenbereich hervortrat – zum Beispiel bei Starters wie Ceviche von rohen King Prawns, bei dem die marinierten, glasig-festen Garnelen mit Tomatenessenz, Gurke und würzigem Kokosnussschaum getoppt waren. Etwas konventioneller, aber nicht weniger delikat kamen die brasilianischen Bolinhos de Bacalhao daher – sprich frittierte Fischkroketten vom Stockfisch, umgeben von Ananassalat, Limetten und scharfen Mini-Paprika. Zu den würzigen Speisen gesellte sich als kräftiger Begleiter ein 2024er Jean Baptiste Kabinett – ein würziger, aber nicht zu dominanter Riesling vom rheinhessischen Traditionsweingut Gunderloch. 

Ein Gedicht war danach das rosig gebratene, 250-Gramm Rinderfilet mit Pfeffersauce sowie hausgemachter Béarnaise – saftig-zart, und zum Teilen in Scheiben aufgeschnitten. Nicht weniger köstlich das in Stücken gebratene junge Freilandhuhn mit roten Zwiebeln, Kokosnuss, grünem Koriander und Mango-Sauce. Die Beilagen zu den Fisch oder Fleischgerichten waren zusätzlich zu bestellen, wie beispielsweise ein frisch am Tisch vom Service in der Steinschüssel zubereitetes Guacamole – ein würziges Mousse zum Dippen aus Avocado, Tomate, Chili, Limette, Koriander, Meersalz und schwarzem Pfeffer, oder auch der knapp „al dente“ geröstete wilde Brokkoli mit geräucherten Mandeln und schwarzer Knoblauchcreme. Hierbei fiel besonders auf, dass sämtliche Saucen und Dips hausgemacht, produktorientiert und aromatisch vielfältig waren. Zu den Hauptgerichten erwies sich der 2021er Chacra Malbec aus dem argentinischen Vaglio in Mendoza als passende Begleitung – wobei positiv zu erwähnen ist, dass auf der Weinkarte neben einer breiten Auswahl an Flaschenweinen auch jeweils fünf offen ausgeschenkte Weiß- und Rotweine stehen.

Und am Ende ist es dann doch passiert: Obwohl fest im Programm stand, zum Ausklang noch eine der gerühmten Dessert-Kreationen von Chef-Pâtissier Roshlee Cardoso zu probieren, hieß es nach den Hauptgängen definitiv „rien ne va plus“… Wer, wie er, bereits mit dem Titel „Pâtissier des Jahres“ ausgezeichnet wurde, bietet jedenfalls allein schon Grund genug, demnächst als Gast wiederzukommen ins „Greta Oto“!

Unser Fazit: Das „Greta Oto“ ist etwas Außergewöhnliches und nichts für den simplen Alltag. Es ist ein „Stern am Hamburger Gastro-Himmel“ und Geheimtipp für besondere Gelegenheiten und feierliche Anlässe mit Spezialitäten außerhalb der gängigen Kulinarik. Reservierung empfohlen unter 040-987 634 120 oder open table.   

Fotos: Angelika Fischer