Von Grünkohl oder von Superfood ist die Rede

Jens Mecklenburg und Johanna Rädecke präsentieren ihr Buch Mythos Grünkohl vor der Hobbenköök in HamburgJens Mecklenburg und Johanna Rädecke © Norbert Schmidt

Mythos Grünkohl – eine lesenswerte kulinarische Kulturgeschichte mit vielen leckeren Rezepten.

Auch wenn wir die goldenen Oktobertage mit viel Sonne und Wärme genießen. Der Winter ist bald da und dann schlägt wieder bei uns die ganz große Zeit des Grünkohls. Denn als Wintergemüse ist er aus der norddeutschen Küche nicht wegdenkbar. Dabei ist der Grünkohl viel mehr, sein Geschmack, der Gehalt an Vitaminen, Antioxidativen und Mineralien machen ihn zu Superfood. Sozusagen ein Superheld im Reich des Gemüses. Sowohl Carnivoren, Vegetariern und Veganern mundet Grünkohl gleichermaßen gut.

Grünkohl
Krauser Grünkohl © Norbert Schmidt

Jens Mecklenburg und Johanna Rädecke widmen sich in ihrem neuen Buch ‘Mythos Grünkohl’ der Kulturgeschichte des norddeutschen Wintergemüses. Um gleich mit einem Vorurteil aufzuräumen, Grünkohl ist nicht nur deftig. Sein würziger und intensiver Geschmack macht ihn für Köche zu einem interessanten Gemüse, das nicht zu Tode geschmorrt werden muss.

Veganer Grünkohl
Veganer Grünkohl von Thomas Sampl © Norbert Schmidt

Dazu kommt Grünkohl ist nicht gleich Grünkohl und die Zeiten, als es ein Arme-Leute-Gericht war, sind lange vorbei. Eigentlich gibt es eine große Sortenvielfalt. Bekannte Sorten sind Frostara, rote, Kadett, halbhoher grüner Krauser, Lerchenzunge, Lippische Palme, Nero di Toscana, Red Russian, Roter Grünkohl Redbor, Oldenburger Palme, Scarlet, Thousand Heads, Ostfriesische Palme, Westländer Winter, Winnetou, Winterbor. Dazu gibt es viele alte Sorten, die nicht mehr registriert sind.

Superfood ist Grünkohl, weil er erstens eine echte Vitaminbombe ist. Neben antioxidativ wirksamen Pflanzenstoffen enthält Grünkohl zweitens außerdem Calcium, Eisen, Vitamin K und Vitamin C. Auch als Eiweißquelle ist der Grünkohl optimal.

Süßkartoffel -Grünkohlauflauf mit Flasche Rathsherrn
Süßkartoffel -Grünkohlauflauf mir Rosinen und Feta von Thomas Sampl © Norbert Schmidt

In ihrem Buch nehmen uns die Autoren mit auf eine kulinarische Reise. Sie erzählen die nicht gerade unspannende Geschichte dieses Gemüses und der Menschen, die es lieben und schätzen. Dazu gibt es interessante Rezepte für jeden Anlass und Geschmack. Denn, die Zeit einen kulinarischen Ruf wie ‘Altdeutsch Eiche rustikal’ hatte, gehört der Vergangenheit an.

Illustriertes Buchcover Mythos Grünkohl
Mythos Grünkohl – eine kulinarische Kulturgeschichte von Jens Mecklenburg und Johanna Rädecke (c) KJM Buchverlag

Mehr Vielfalt als nur Kohl und Pinkel mit Bratkartoffeln

Man merkt den Autoren an, sie hatten Lust über dieses Thema zu recherchieren und zu schreiben. Die Auswahl der Rezepte ist vielfältig und profilierte norddeutsche Spitzenköche steuern interessante Rezepte, die zum Kochen anregen, bei.

Dr. Christoph Hahn
Doktor Grünkohl: Dr. Christoph Hahn in der Hobenköök Hamburg © Norbert Schmidt

Wer die Rezepte nachkochen möchte, vom Schwierigkeitsgrad her, sollte man solide Küchengrundkenntnisse besitzen. Sogar einen veritablen Grünkohl-Wissenschaftler gibt es mit Dr. Christoph Hahn (Doktor Grünkohl). Der Biologe aus der Grünkohl-Hochburg Oldenburg hat über das Wintergemüse promoviert und kennt sich wohl mit dem Wintergemüse am besten in Deutschland aus. Eine gekonnte Food-Fotografie und die schönen Illustrationen von Till Lenecke machen das Buch rund. Wer es sich nicht selbst kauft, hat ein schöne Geschenk für Weihnachten oder zu einem Geburtstag.

Lesenswert & lecker:

Mythos Grünkohl von Jens Mecklenburg & Johanne Rädecke
KJM Buchverlag Hamburg, 160 Seiten, ISBN 978-3961941490, Preis 22 Euro