IDEE-Förderpreis ist Schmelztiegel für herausragende Gründerinnen

IDEE-FörderpreisPreisverleihung des 17. IDEE-Förderpreises am 14.11.2025 in Hamburg - Albert Darboven, Wei Wu, Senatorin Melanie Leonhard - Foto: Daniel Reinhardt/J.J. Darboven

Was für ein herausragendes Potential in Frauen steckt, die mit Leidenschaft und Expertise Problemlösungen finden und daraus Startups gründen, zeigt der IDEE-Förderpreis, der in Hamburg vergeben wird, Von klimaneutraler Prozesswärme über revolutionäre Diagnoseverfahren und wasserabweisendes Naturgarn bis hin zu nachhaltigen Verpackungslösungen wurden auf dem 17. IDEE-Förderpreis vorgestellt. Verliehen wurde der branchenübergreifende Preis am 14. November 2025 im Maritime Museum in der HafenCity Hamburg von Initiator und Stifter Albert Darboven, der das 1866 gegründete Kaffeeunternehmen J.J. Darboven in vierter Generation führt.

Mit heißer Luft auf Platz Eins!

Den 1. Platz mit 50.000 Euro Preisgeld gewann Frau Dr.-Ing. Wei Wu mit ihrer Heatrix GmbH aus Bremen. Die 43-Jährige entwickelte einen modularen, elektrischen Lufterhitzer, der mithilfe von Grünstrom und in Kombination mit einem Wärmespeicher kontinuierlich heiße Luft bis 1.500°C für energieintensive Industrien, wie Zement und Stahl, liefern kann und langfristig unabhängig von fossilen Brennstoffen macht.

Systematische Diagnose

Auch die anderen vier Finalistinnen aus 218 Bewerberinnen haben das Zeug, mit ihren Firmen Weltmarktführinnen zu werden, urteilte die Fachjury unter Vorsitz von Prof. Dr. Rolf Eggert. Auf den zweiten Platz, dotiert mit 10.000 Euro, kam Prof. Dr. Angela Moreira Borralho Relógio mit ihrer TimeTeller GmbH. Die Professorin für Systemmedizin an der MSH Hamburg hat ein patentiertes Diagnoseverfahren entwickelt, das über eine Speichelprobe ein Profil der biologischen Uhr erstellt. Mit diesem Instrument wird die Medikamenteneinnahme zum Beispiel bei Krebs- und Parkinson-Patienten künftig rhythmusbasiert, personalisiert und wirksamer gestaltet, Nebenwirkungen reduziert und die Lebensqualität gesteigert. Klinische Studien laufen bereits in der Charité Berlin und Partnerkliniken.

Sogol Kordi und ihr Team von myProtectify gUG freuten sich über den dritten Platz und 5.000 Euro. Aus eigener Erfahrung an häuslicher Gewalt entwickelte sie den kostenlosen KI-Hilfe-Chat Maya als barrierefreie Erstanlaufstelle, der ohne digitale Spuren zu hinterlassen mehrsprachig und rund um die Uhr Hilfe bietet.

Garn von der Natur inspiriert

Die Finalistinnen Sarah Neumann und Alexandra Plewnia forschten an der Hochschule Niederrhein an Pflanzen und entwickelten mit ihrem Startup Texterial GmbH ein von der Natur inspiriertes Garn. Die aus diesem unbenetzbaren Garn hergestellte Funktionskleidung bleibt selbst unter Wasser trocken, ist atmungsaktiv, vollständig recyclebar und benötigt keine umweltbelastenden Fluorpolymere oder herkömmliche Imprägnierungen. Auch Annekathrin Grüneberg stellt sich mit ihrer Firma mujó gegen den Klimawandel und findet Lösungen zur Resourcenschonung. Ihre kompostierbare Folie aus Braunalgen wird die Verpackungsindustrie nachhaltig revolutionieren.

Albert Darboven hat 1997 den IDEE-Förderpreis – benannt nach seinem IDEE KAFFEE – ins Leben gerufen, um das große Potential von visionären Frauen sichtbar zu machen. Seitdem wird der Preis alle zwei Jahre in der Hansestadt verliehen und seit 2006 auch im Wechsel in Polen. „In Zeiten großer Transformation brauchen wir vielfältige Perspektiven und mutige Visionen. Die diesjährigen Preisträgerinnen beeindrucken nicht nur durch ihre fachliche Expertise, sondern auch durch ihre Fähigkeit, technologischen Fortschritt mit gesellschaftlichem Nutzen zu verbinden“, argumentiert Albert Darboven. Schirmherrin vom IDEE-Förderpreis ist Dr. Melanie Leonhard, Senatorin der Hamburger Behörde für Wirtschaft und Innovation: „Der nationale Preis für Frauen ist eine Revolution. Der IDEE-Förderpreis sorgt dafür, dass kluge, mutige Frauen mit ihren lösungsorientierten Ideen sichtbar werden. Dafür danke ich Ihnen, Herr Darboven, sehr!“